Neulich in der Jammerbremse ...

 

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... sondierten wir bis zum Morgengrauen.

 

Meist geht es ruhig zu, manchmal aber wird in der Jammerbremse,
einer Kneipe im Berliner Wedding, (fast) Weltgeschichte geschrieben.
So wie an diesem Abend …

 

von Martin Schult (Januar 2018)

 

„Ich stelle also fest“, sagte mein Kumpel mit erstaunlich sicherer Stimme, „dass wir zu einem Ergebnis gekommen sind.“

„Hört, hört!“, rief der alte Mann neben uns am Tresen.

„Prost drauf“, lallte ich.

„Dann ist ja bald mal ’ne Runde fällig“, murmelte Manni und suchte im Eisschrank schon mal nach dem Schnaps. Mein Kumpel brachte uns mit einem Wisch zum Schweigen.

„Folgendes haben wir also vereinbart: Wir tun alles dafür, damit diese Sondierungen um einen wichtigen Punkt ergänzt werden: Die Grünen und die FDP müssen mit an den Tisch!“

„Hab‘ ick da echt zujestimmt“, fragte Manni mich leise.

„Du hast immer genickt, wenn er was gesagt hat“, sagte ich und drehte mich wieder zu meinem Kumpel um. Ich schaute fasziniert zu, wie er den entscheidenden Anlauf nahm, absprang und mit beiden Beinen auf dem Tisch landete – etwas unsicher, aber mit einer bei seinem Pegelstand beeindruckenden Flughöhe.

„Lang lebe die RiKo!!“

„Auf die RiKo!“, rief auch ich.

„Hört, hört!“, sagte der alte Mann.

„Nee“, meinte Manni und packte den Schnaps wieder ein.

 

„Was’n los?“, fragte mein Kumpel.

„Nee, darauf hab ick keenen Bock.“

„Wieso denn nicht? Die Riesen-Koalition! Alle außer diesen Idioten machen mit. Is doch geil!“

„Nee“, sagte Manni ein drittes Mal, „geht denn det nich allet auch ’n bisschen leiser? Kann man doch nicht mehr hören, det Geschrei. Lass‘ die Merkel und den Schulz doch erst mal machen! Ick muss mir mit meiner Alten doch auch einigen. Det kann doch nicht so schwer sein!“

Ich war beeindruckt. Manni war eher einer von der schweigsamen Sorte. Heute aber: Chapeau! Und wie er am Ende noch mal richtig laut wurde. Mein Kumpel jedoch, der gab nicht auf.

„Aber das tut die RiKo doch. Die müssen immer einen Kompromiss finden und zwar alle zusammen.“

„Jaja, ick weeß, Kompromiss ist det neue Zauberwort. Aber hier isset doch auch nicht anders: Wer am lautesten brüllt, setzt sich am Ende durch. Ham wa doch gerade erlebt.“

„Nee, eben nicht“, sagte mein Kumpel.

„Genau“, sagte ich.

„Hört, hört!“

„Stopp“, sagte Manni und augenblicklich, obwohl er das sehr leise gesagt hatte, waren wir alle still. Und dann hob Manni auch noch den Zeigefinger.

„Wenn de jetze wieder mit so ’ner Pointe kommst, so wie der Hallervorden mit seinem gespielten Witz, dann kannste dir die Jammerbremse von draußen ansehen. So, jetze is eh Schicht, keene Runde mehr, keen Stößchen, alle heim zu Muttern.“

 

„Was hat der Manni nur?“, fragte mein Kumpel, als wir draußen vor der Kneipe noch um ein paar Fläschchen Bier herumstanden. „Wir waren uns doch alle einig.“

„Hö…“, setzte der alte Mann an, aber ich unterbrach ihn.

„Du bist jetzt mal ruhig, Alter. Sonst wirst du weggeseehofert.“ Der alte Mann murrte und schlurfte davon. Es war ziemlich kalt hier draußen. Und der Morgen graute schon.

„Irgendwie hat er doch Recht“, sagte ich über Manni, „da einigen sich vier Parteien fast und dann – nix. Danach sind dreie dran – wohl wieder nix. Und du willst fünfe? Das wird doch erst recht – nix.“

Mein Kumpel nahm einen tiefen Schluck. Wir zogen an unseren Zigaretten. Die Sonne kam raus. Und das im Winter.

„Aber ich fand’s gut“, sagte mein Kumpel nach einer Weile.

„Was denn?“

„Na, die RiKo. Alle müssen sich einigen.“

„Dann brauchst du aber kein Parlament mehr, wenn alle alles schon vorher bequatschen. Dann lieber was mit ‘ner Minderheit.“

„Aber es klingt doch so hübsch“, sagte mein Kumpel mit einer leichten Melancholie in der Stimme: „RiKo …“

„Klingt nach gespieltem Witz,“ sagte ich und knallte meine Flasche an seine. „Dafür aber: Stößchen!“

 

   

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... ließen wir Jamaika platzen.

 

Ist unser parlamentarisches Parteiensystem am Ende? Die Stammgäste der Jammerbremse, einer Kneipe im Berliner Wedding, sind jedenfalls dieser Meinung und einigen sich auf ein neues demokratisches Verfahren. Prost!

 

 

von Martin Schult (November 2017) 

 

Sag' mal“, sagte mein Kumpel, „was haste eigentlich gewählt?“

Wir standen vor der Jammerbremse. Wir rauchten. Wir schauten dem Mond beim Wandern zu. Es war kalt, aber in der Kneipe herrschte eine Tropenhitze. Irgendetwas war mit der Fernwärme nicht in Ordnung, hatte Manni gesagt. Zu viel Druck oder so. Nicht mehr regulierbar...

Ich schüttelte den Kopf. „Wahlgeheimnis.“

Wieder schwiegen wir, rauchten und sahen dem Mond beim Wandern zu … bis ein großer schwarzer Hund angedackelt kam, uns freundlich anhechelte und sich dann am Eingang der Jammerbremse herumdrückte.

„Geh‘ da lieber nicht rein“, sagte ich zu ihm. Barack war ein Gemisch aus Generationen von Straßenkötern. Er gehörte zu Mariam, der Kioskbesitzerin um die Ecke. Kreuzberger Labrador. So hatte sie die Rasse getauft.

„Warum denn nicht?“

Jetzt kam auch Mariam auf uns zu. Sie war die Tochter von geflüchteten Kurden und ging jedes Jahr ins Schweigekloster. Den Rest des Jahres, also 340 Tage, nahm sie kein Blatt vor dem Mund. Auch sie war in Kreuzberg aufgewachsen, wie ihr Hund. Hier im Wedding hatte sie es deswegen nicht leicht. Deswegen Barack.

„Fernwärme“, klärte mein Kumpel sie auf, „da drinnen ist das Höllenfeuer ausgebrochen. Heiß wie auf Jamaika.“

„Scheiße. Ich kann das Wort echt nicht mehr hören!“ Mariam legte sich die Hände auf die Ohren und ging rein. „Das geht doch eh in die Hose“, rief sie noch.

Wir schwiegen. Wir rauchten. Der Mond war hinter Wolken verschwunden. Und so gingen wir rein. Trotz Jamaika … oder gerade deswegen. Warum sollte es in die Hose gehen …?

 

„Ich stelle mir Jamaika so vor“, begann Mariam, nachdem sie einen tiefen Schluck aus ihrem Alster genommen hatte, „die FDP schlägt was vor, die Grünen sagen was anderes, die CSU schimpft und die Merkel wartet ab.“

„Klingt fast wie GroKo“, rief mein Kumpel dazwischen. Manni brummte und stellte Barack eine Schüssel Wasser vor die Schnauze. Wir nickten seiner hochgezogenen Augenbraue zu. Ja. Bier. Bitte! Es war die Hölle heiß – fast zu heiß für die kleinen Gläser Bier, die Manni ausschenkte …

„Dann kommt die SPD und schimpft auf Jamaika. Die AfD macht einen völlig blödsinnigen Vorschlag. Danach schimpfen alle auf die AfD, anschließend lenken die Grünen ausnahmsweise ein und die FDP will das mit der Abschaffung des Soli verbinden. Die Merkel spricht mit dem Seehofer und dann schimpft die SPD wieder. Und die Linken. Und weil die AfD auch wieder schimpft, entscheiden sich die SPD und die Linken, nicht mehr zu schimpfen. Dafür aber schimpft jetzt dieser Christian Lindner. Und so …“, Mariam trank ihr Alster aus, „… gehen die Monate dahin …“

„Das ist kein Jamaika“, seufzte mein Kumpel und trank ebenfalls sein Glas leer, „das ist Jammermaika.“

„Lass‘ det Wort Jammer aus‘m Spiel“, brummte Manni und stellte volle Gläser hin, „det Wort jehört allein zur Jammerbremse.“

„Aber es ist doch zum Jammern.“

„Dann sach halt Trauerspiel. Ist doch eh Quatsch: Politik nach Farben. Selbst schuld, wenn ihr so wat jewählt habt.“

„Was heißt das denn?“, fragte mein Kumpel, „hast du etwa …“

„Nee, ick war jar nich wählen.“

 

Totenstille. Man hörte nur Barack schlabbern. Ich schwitzte. Ich zündete mir eine Zigarette an. Durch die offene Tür wehte eine schwache Hoffnung Abkühlung. Und der Mond schien auch wieder.

Mein Kumpel fand als erster seine Sprache zurück. „Wie? Du warst nicht wählen?!“

„War ick halt nicht …“

„Dann hast du denen doch direkt in die Hände …“

Manni hob die Hände. „Jetze mal janz ruhig!“

„Ja, aber …“, setzte mein Kumpel noch mal an, doch Manni blieb stur.

„Ick hab‘ det halt nich so mit die Parteien, verstehste? Gelb, rot, schwarz, grün – wer legt det eigentlich fest? Blau war mal meine Lieblingsfarbe … und dann kommt einfach jemand und sagt, man wäre jetze blau. Scheiße!“ Manni schnappte sich ein Handtuch und polierte Gläser. Normalerweise redete er nicht so viel. Was das Schweigekloster für Mariam war, war für ihn und für mich die Jammerbremse. Schweigen und rauchen.

 

„Er hat ja recht“, sagte Mariam nach einer Weile, „das Parteiensystem ist total veraltet. Aber man könnte ja so’n Parlament auch anders zusammensetzen. Stellt euch mal vor: Wenn alle Mannis in Deutschland wählen gegangen wären und alle das gleiche gewählt hätten …“

„Warte, ich habe da so ’ne App.“ Mein Kumpel wischte auf seinem Mobiltelefon herum. „Hier, da steht‘s: In Deutschland leben 347 734 Manfreds.“

„… bei 60 Millionen Wahlberechtigten und 25% Nichtwählern“, rechnete Mariam, „sind 350 000 Stimmen ungefähr ein Sitz im Parlament.“

Ich überlegte: „Das heißt, alle Manfreds zusammen haben einen Abgeordneten, wenn sie alle den gleichen wählen.“

„Manfred Kanter!“, rief mein Kumpel, unterbrach sich aber gleich selbst: „Aber wie geil ist das denn?! Wir verbieten die Parteien und verteilen die Plätze im Parlament nach der Häufigkeit der Vornamen. Und alle 350 000 Mannis können dann ihrem Parlamentarier vorgeben, wofür und wogegen er stimmen soll.“

„Und man könnte jetzt schon planen, wer in 18 Jahren ins Parlament kommt“, sagte ich. Und bis dahin würden jede Menge Kevins und Leons und Annas im Bundestag sitzen. Ich brauchte noch ein Bier. „Schau doch mal nach meinem Vornamen.“

Mein Kumpel wischte und schüttelte den Kopf. „Sorry, aber das sind ja gerade mal 160 000.“

„Und wenn du die Martinas dazurechnest“, fragte Mariam.

„Bald mal ‘ne Runde fällig“, brummte Manni und holte den Schnaps aus dem Eisfach.

„Sind es nur 60 000 mehr. Das reicht auch noch nicht.“

„Poor Boy“, machte Mariam, grinste und prostete mir zu.

„Aber du! Mariam! Mit so‘nem Namen gewinnst du ja noch nicht einmal einen Blumentopf“, sagte ich zu ihr.

Manni goss die Schnapsgläser voll und stellte sie auf den Tresen. Mariam schnappte sich ihres. „Egal, solange Namen wie Frauke auch keine Chance haben, ist mir das egal.“

„Scheißegal!“, rief mein Kumpel.

„Stößchen“, brummte Manni und hob sein Glas.

 

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... lag ein Fragezeichen in der Luft?

 

von Martin Schult (Oktober 2017)

 

„Haste ja jar nich!“
„Hab ick doch!“
„Haste nich!“
„… doch …“ 

Ich klopfte in der Jammerbremse auf den Tresen und zog meine Jacke aus. Manni brummte und zapfte mir ein Bier – aber so langsam und dermaßen umständlich, dass dadurch so etwas ähnliches wie ein Fragezeichen entstand, das durch die Luft schwirrte und mich vorwurfsvoll ansah. Warum bist du gerade heute so spät, schien es zu sagen. 

„Kannste ja auch jar nich haben!“
„Kann ick doch!“
„Eben nich!“
„Und warum nich?“
„Weil ick det hab.“ 

Endlich stellte Manni mir das Bier vor die Nase. Ich nahm einen tiefen Schluck. 

„Scheiß Verkehr“, sagte ich. Heutzutage stand man in Berlin selbst als Radfahrer im Stau. Mein Kumpel war auch noch nicht da. Dafür die beiden anderen links neben mir, zwei Fünfzigjährige, fest verwachsen mit ihren Barhockern, die kleinen Biere vor ihnen halb ausgetrunken.  

In der Jammerbremse gab es nur kleine Biere. Besser frisch als schal, hatte Manni mit Kreide auf eine Tafel geschrieben. „Außerdem trinkt ihr dann mehr“, hatte er einmal gesagt, „mindestens sechse.“ Und jetzt nickte er zu denen rüber. 

„Det jeht jetze schon seit Stunden so. Keene Ahnung, wovon die reden.“ Er sah ein wenig verzweifelt aus. 

„Ick gloob dir keen Wort.“
„Kannste aber.“
„Tu ick aber nich.“
„Na, denn lasset.“ 

Während Manni mir das nächste Bier zapfte, zählte ich im Stillen all das auf, worüber die beiden wohl sprechen könnten. Neues I-Phone? AfD gewählt? Krebserkrankung? Oder doch die Lösung für den Weltfrieden gefunden? Es konnte alles sein … 

„Denn wenn de nämlich det hättest …“ 

„Mensch, worüber sprecht ihr eigentlich?“, unterbrach ich sie und drehte mich zu ihnen. Sie schauten mich böse an. 

„Det jeht dir jar nüscht an!“
„Jenau, unser Ding!“
„Halt dir da raus, sonst …“ 

„Ist ja gut, ist ja gut.“ Ich drehte mich wieder um und nippte an meinem neuen Bier. Die beiden Männer zählten ihr Kleingeld durch und warfen ein paar Münzen auf den Tresen. 

„Kann man sich nich mal in Ruhe unterhalten“, sagte der eine.

„Scheißladen“, sagte der andere. Dann gingen sie.  

Manni stellte zwei Schnäpse auf den Tresen und nahm sich einen davon. Mein Kumpel kam rein und klopfte auf den Tresen. 

„Sorry, scheiß Verkehr.“ 

„Und?“, fragte ich ihn. Er holte den Schein raus und zerriss ihn vor unseren Augen. „Wieder nur zwei Richtige. Hab‘ ich was verpasst?“ 

„Stößchen“, sagte Manni.

  

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... gründeten wir eine Partei.

 

von Martin Schult (September 2017)

 

Da saßen wir in der Jammerbremse und einer am Tresen erzählte was von Wirtschaftsflüchtlingen: „Die sind mir lieber als Asylsuchende. Die wollen wenigstens arbeiten.“

Manni, der Wirt, schüttelte den Kopf und nahm dem Kerl sein Glas weg. „Du immer mit deiner schwachsinnigen Denke! Wenn man will, kann man nämlich jenau det Jegenteil behaupten. Da kann keener wat dajegen tun.“

„Keine Ahnung, was du meinst, Manni. Gib mir mein Bier wieder!“

„Erst wenn de zugibst, dass det Scheiße war, was du gerade jesagt hast.“ Mein Kumpel und ich waren baff. Normalerweise sagte Manni nicht so viel.

„Ich kann sagen, was ich will!“

„Und ick kann mir aussuchen, wem ick wat zu trinken jebe.“

„Kannst mich mal“, sagte der Kerl, klopfte aufs Tresenholz und packte seine Kippen ein. „Ich bin jetzt auch einer.“

„Ein was?“, fragte ich. Wir sahen ihn an.

„Ein ‚Wirtschafts‘-Flüchtling.“

Und dann ging er. Aus der Jammerbremse. Ohne zu zahlen. Und wir drehten uns zu Manni um. Der zuckte nur mit den Schultern. „Det sacht er jeden Tag. Morgen isser wieder da.“

Dann zapfte er uns noch zwei.

  

„Wie hast du das übrigens gemeint“, fragte mein Kumpel.

Manni lachte. „Du bist jut. Wat von dem janzen Müll, den ick von mir gegeben hab, meinste denn?“

„Na, das mit den Behauptungen. Dass man sie einfach umdrehen kann.“

„Stimmt det etwa nicht?“ Manni beugte sich vor und drückte meinem Kumpel den Zeigefinger gegen die Brust. „Kannst ja behaupten, dass Wirtschaftsflüchtlinge faul sind. Aber weilde det nicht beweisen kannst, kannste jenauso jut auch det Jegenteil behaupten. Is nur ‘ne Frage der Perspektive. Es jibt immer mehr als nur eine Alternative.“

Schweigend tranken wir unser Bier. Und Manni schwieg jetzt auch ...

„Alternative“, brummte ich.

„Ich kann dieses Wort echt nicht mehr hören“, sagte mein Kumpel.

Ich nickte. „Früher, da gab’s noch ‘ne Alternative Liste, hier in Berlin. Da hat das Wort noch nach vorne gedeutet. Aber jetzt …“

„Aber das ist doch alles Merkels Schuld. ‚Meine Politik ist alternativlos.‘ Ha!“ Mein Kumpel konnte sie echt gut nachmachen. Selbst die Raute, die beherrschte er perfekt.

„Noch ’n Bier“, fragte Manni. Wir nickten.

  

„Holen wir es uns doch wieder“, schlug ich vor.

„Was sollen wir uns wieder holen?“, fragte mein Kumpel. Manchmal war er schwer von Begriff.

„Na das Wort: ‚Alternative‘. Niemand verbietet es uns, es selbst zu benutzen. Wir können sogar eine Partei gründen, die so heißt. DA: Die Alternative. Oder DAP: Die Alternative Partei.“

„Warum nicht einfach nur P? Partei?“

Ich schüttelte den Kopf. „Gibt’s doch schon.“

„Macht doch nüscht.“

„Oder AfE“, überlegte ich, „Alternative für Europa. Da kriegen wir bei den Wahlen automatisch fünf Prozent, weil bestimmt die Hälfte der AfD-Wähler an der falschen Stelle ihr Kreuz macht. Und dann behaupten wir einfach immer das Gegenteil von dem, was die AfD behauptet. Ist ja möglich. Hat ja der Manni gesagt. Solang man’s nicht beweisen kann.“

„Cool. Und unser Parteiprogramm ist das Grundgesetz. Damit ham wa ja schon das Gegenteil behauptet.“ Mein Kumpel hob sein Glas und stieß mit mir an. „AfE-DGP: Alternative für Europa – Die Grundgesetz-Partei!

„Nee, klingt blöd“, sagte ich ein paar Schlucke später, „aber was mit Freiheit und Frieden im Namen, das wär‘ nicht schlecht. Weil wir brauchen als Partei ja auch Visionen – und offen. Offen für alle! Das müssen wir sein.“

„Noch ’n Bier“, fragte Manni. Wir nickten.

  

Alternative für ein freies, offenes, friedliches Europa. Meinst du sowas?“

Ich nippte am ... war das schon mein fünftes? ... Bier und war beeindruckt, wie fehlerfrei mein Kumpel das noch aussprechen konnte. „Ja, genau das mein ich. AfEfofE.“

„AfEfofE“, wiederholte mein Kumpel. Mehrmals. Und immer lauter. Es hallte durch die ganze Jammerbremse. Wir prosteten uns zu.

„Ich find, ‘s klingt gut, oder?“

„Da werd‘n sich die andern Parteien echt wundern.“ Mein Kumpel lachte und zeigte auf Manni. „Wir machen denen so richtich Feuer unterm Arsch. Wir werden nämlich ganz nah am Menschen sein.“

„Wir sind die Menschen! Und bei uns kann jeder das behaupten, was er will ...!“

„... und das Gegenteil. AfEfofE!“

Wieder prosteten wir uns zu und verhakten unsere Zeigefinger ineinander. Und dann umarmten wir uns. Ach, wir waren ja sowas von dicke!

„Is‘ bald mal ‘ne Runde fällig“, brummte Manni.

„Ich freu mich schon drauf, wenn der Zamperoni das in den Tagesthemen sagen muss“, sagte ich.

Manni goss die Schnapsgläser voll. Mein Kumpel lachte auf. „AfEfofE! Dann denken alle, er würde wirklich lispeln.“

„Das tut er doch gar nicht, oder?“

„Beweis‘ mir doch das Gegenteil.“

„Stößchen“, sagte Manni und die stellte die Gläser auf den Tresen.

 

"Neulich in der Jammerbremse ... gründeten wir eine Partei" wurde zuerst auf www.resonanzboden.com des Ullstein Verlags veröffentlicht. Dies hier ist eine aktualisierte Fassung.

   

 

bierglas    

 

... stieg die Eintracht ab.

 

von Martin Schult (Frühjahr 2017)

 

 

Da saßen wir in der Jammerbremse und schalteten unsere Mobiltelefone aus.

„Wie immer, Manni“, sagte mein Kumpel lässig, als wir uns auf die Barhocker setzten. Es funktionierte. Manni, der Wirt, stellte tatsächlich zwei Gläser Bier auf den Tresen. So oft waren wir nämlich noch nicht hier gewesen. Mein Kumpel und ich, wir stießen an. Mit gebührendem Ernst tranken wir den ersten Schluck. Und dann schwiegen wir.

 

„Wir waren heute Morgen bei IKEA“, sagte mein Kumpel plötzlich. Ich brummte und nahm einen weiteren Schluck. Die alte Bahnhofsuhr an der Wand zeigte 15.25 Uhr. „Die Hölle, sag‘ ich dir …“

„Geht die Uhr richtig?“ Manni nickte. Kneipjeh stand weiß auf schwarz auf seinem T-Shirt.

„… drei Stunden! Man verläuft sich ja immer. Und dann diese Selbstbedienungskassen, ha! Als ob das schneller gehen würde!“ Mein Kumpel zählte auf, was sie alles eingescannt hatten und wieviel eine Packung mit 100 Teelichtern wiegen würde. Das könne man sich nämlich anzeigen lassen. Als ob das wichtig wäre. Darauf nahm ich einen tiefen Schluck. 15.30 Uhr. Jetzt ging‘s los.

„…und als wir wieder wegfahren wollten, hat uns ein lila Audi gerammt. Ausgerechnet ein Audi!“

Ich schaute meinen Kumpel fragend an.

„Audi … du weißt schon … Ingolstadt.“

Au Backe, dachte ich und rief schnell, „Alex Meier…“

„…Fußballgott“, antwortete mein Kumpel. Er schlug sich gegen die Stirn. „Mann, ich hab‘s vergessen.“

„Habt ihr ‘ne Meise?“ Manni zeigte uns einen Vogel. „Ditte hier ist ‘ne Hertha-Kneipe!“

Ich schaute mich um. Kein Fernseher, keine Fahne, nicht mal ein Wimpel. Deswegen waren wir doch hierhergekommen. Ich sah ihn fragend an. Manni lächelte – schüchtern, wenn man das bei diesem Kerl überhaupt sagen konnte.

„Naja, is so’n Trick von mir. Ick bin ‘n Inkognito-Fan. Die Hertha kann nämmich nur jewinnen, wenn ick sie völlich ignoriere.“

Ich nickte. „Wie bei uns. Wir reden auch nicht über unsere Mannschaft. Das bringt nur Unglück. Wir dürfen nicht mal das Wort Eintracht in den Mund nehmen.“

„Alex Meier…“, rief mein Kumpel.

„…Fußballgott“ rief ich. „Sorry, Kumpel.“

„Deswegen die Handys?“ Und als ich wieder nickte, hielt Manni die Hand auf. Ich gab ihm mein Mobiltelefon und mein Kumpel zog seins auch aus der Hosentasche. Manni legte beide ins Kühlfach.

„Ist sicherer. Da liegt meins auch drin.“

 

„Früher“, sagte Manni um 15.33 Uhr.

„Früher, als ick noch ins Stadion bin, da hab‘ ick vor jedem Spiel ‘ne Bratwurst jefuttert – keene Currywurst oder so’n Kwatsch – nee, ‘ne richtige Thüringer ...“

„Toll“, brummte mein Kumpel. Was anderes hätte ich auch nicht dazu sagen können.

„... mit Senf.“

„Hm.“

Manni nahm meinem Kumpel das Bierglas weg und starrte ihn wütend an. „Lass‘ mir doch erst mal ausreden, Mensch! Wenn ick nämlich die Wurst mit drei Bissen hab‘ aufessen können, dann hat die Hertha mindestens Unentschieden jespielt.“

„Und wenn nicht?“

„Na, dann ham wa verloren.“ Er stellte das Glas zurück. Mein Kumpel nahm einen Schluck.

„Jetze jeht det nich mehr.“ Manni klopfte sich auf den Bauch. „Cholesterin.“

„Deswegen jetzt inkognito?“

Manni nickte. Ich erzählte ihm meine Lieblingsgeschichte. Und die war mindestens genauso wahr wie seine. „Ich kenn‘ einen in Frankfurt, der macht sowas ähnliches. Wenn der drei Handkäs‘ isst, hintereinander, dann verliert die Eintracht auch nicht.“

„Was’n ditte – Handkäs‘?“

„Harzer“, sagte mein Kumpel, „mariniert und mit Zwiebeln und Kümmel serviert. Ist was ganz feines. Aber bläht.“ Und dann erzählte er uns von seiner Frau und wo sie hier in Berlin Harzer Käse kaufen würde. Das wäre nämlich gar nicht so einfach. Denn wenn er drinnen noch weiß wäre, der Harzer, könnte er nicht richtig weich werden. Dann würde der Handkäs bröselig werden. Aber in Steglitz, da beim Käse-Klaus … ich hörte nicht mehr hin. 15.40 Uhr. Ob schon was passiert war?

 

15.45 Uhr.

Ich nickte Manni zu. Der zapfte mir noch eins. Das Bier meines Kumpels war noch halbvoll. Der redete und redete und war schon wieder auf dem Parkplatz von IKEA. „Dieses lila Auto, ich meine, jetzt mal ehrlich, wer fährt schon ein lila Auto?!“

„Nur eener aus Charlottenburg.“ Als wir Manni fragend ansahen, ergänzte er: „Tennis Borussia – die Weicheier aus’m Westend.“

„Ich denk‘, die Hertha ist aus Charlottenburg?“ Wieder nahm Manni meinem Kumpel das Bier weg und stach mit dem Zeigefinger auf dessen Brust. Bei jedem Wort.

„Die Hertha wurde auf ‘ner Parkbank auf’m Arkonaplatz gegründet. Det weiß doch jeder. Und jespielt ham wa hier um die Ecke, an der Plumpe am Jesundbrunnen. Bis 1963.“

Die Tür ging auf. Ein Mann mit einer Hertha-Fahne kam herein. Die spielten heute gegen die Bayern.

„Raus!“, rief Manni.

„Sachte, sachte, Manni. Das ist hier ein freies Land!“, sagte der Typ.

„Dann stell‘ den Lappen da hinten inne Ecke. Und erzähl‘ mir ja nich, wie es steht!“

Mein Kumpel und ich, wir beobachteten, wie der Typ die Fahne abstellte. Dann kam er an den Tresen und nickte uns zu. „Ha, die beiden Eintracht-Fans. Na, mal wieder am Leiden?“

Manni stellte ihm ein Bier vor die Nase. Der Typ schaute auf sein Mobiltelefon und grinste. Wir schauten ihn an. Er sagte nichts. Absolut nichts. 16 Uhr.

 

Halbzeit. In dem Pissoir hing eins dieser Plastiktore. Man konnte gegen einen baumelnden Ball pinkeln. Ich dachte an Alex Meier und traf aus allen Winkeln. Bald wäre er weg. In die USA wollte er gehen. Wieder eine Ära zu Ende. Eigentlich schade.

 

16.35 Uhr.

„Haha“, machte der Typ am Tresen, „jetzt wird’s knapp für die Eintracht!“

Manni schüttelte den Kopf und nahm ihn sein Glas weg. Er zeigte auf uns. „Du weißt janz jenau, dass die beiden nix davon hören wollen.“

„Gib mir mein Bier wieder!“

„Erst wennde dein Handy ausschaltest.“

„Ich kann machen, was ich will! Das hier ist ein freies Land.“

„Du wiederholst dir. Und ick kann mir aussuchen, wem ich wat zu trinken gebe.“

„Kannst mich mal“, sagte der Typ, „lässt hier zwei Eintracht-Fans rein und mich schmeisste raus? Kannste haben.“ Er klopfte aufs Tresenholz und packte seine Kippen ein. Und dann ging er. Ohne zu zahlen. Wir sahen den Wirt an. Der zuckte nur mit den Schultern.

„Morgen isser wieder da.“

Dann zapfte er uns noch zwei.

 

Um 16.45 Uhr hielt ich es nicht mehr aus. Hätte ich mein Telefon gehabt – ja, ich gebe es zu, ich hätte es angeschaltet. Noch eine halbe Stunde und ich malte mir alles Mögliche aus. Wahrscheinlich stand es schon 2:0 für Ingolstadt, Alex Meier hatten sie bestimmt ausgewechselt und Nico Kovac auf die Tribüne geschickt – ich wollte das alles gar nicht wissen!

„Wir steigen sowieso ab“, murmelte ich und nahm einen tiefen Schluck.

„Alex Meier…“

„Jetzt lass‘ das doch mal“, sagte ich zu meinem Kumpel.

„Na wenn du so’n Blödsinn erzählst“, sagte mein Kumpel. „Wir sind Dritter und haben 35 Punkte. Und das nach 20 Spieltagen. Besser geht’s kaum.“

„35 Punkte – was heißt das schon? 40 braucht man, um definitiv nicht abzusteigen. Das weiß doch jeder. Fehlen also noch fünf. Und wenn wir weiter so schlecht spielen, überholen uns noch die Darmstädter.“

„Da ist ja jetzt der Frings Trainer.“

Ich nickte. „Der Lutscher. War doch sein Spitzname, oder?“

Mein Kumpel nickte. „So hat der Andi Herzog ihn genannt. Und in Würselen ist er geboren, der Frings. Wie der Martin Schulz.“

„Was du alles weißt“, sagte ich, „aber das macht es auch nicht besser.“ Ich schaute auf die Uhr. Noch zwanzig Minuten.

„Noch ’n Bier“, fragte Manni. Wir nickten.

 

Darf ick euch mal wat fragen“, fragte unser Wirt um Punkt 17 Uhr.

„Haste doch jetzt.“ Mein Kumpel kicherte und hörte gar nicht mehr auf damit. Ich stupste ihn an. Mit Wirten sollte man sich gut stellen. Ich dachte an den Hertha-Fan.

„Warum seid ihr Eintracht-Fans eigentlich immer so pessimistisch? Da spielt ihr die beste Hinrunde seit Jahren und glaubt trotzdem, dass ihr absteigt.“

„Ich nicht“, sagte mein Kumpel.

„Weil es schon mal so war“, erklärte ich, „2010/2011. Die Rückrunde der Schande. Wir hatten in der Hinrunde 26 Punkte. Wir waren so gut wie lange nicht mehr. Und weißt du, was der Bruchhagen, unser Präsident, dann gesagt hat?“ Ich verstellte meine Stimme. „Wir sind Siebter, und es wäre dumm, wenn wir nicht versuchen würden, Fünfter zu werden. Absteigen können wir nicht mehr.‘ Wir alle haben ihm geglaubt.“

Ich holte kurz Luft und brüllte „Der OFC fährt nur nach Baunatal!“ Das half manchmal. Manni stellte mir ein neues Bier hin.

„Und dann kamen nur noch acht Punkte dazu: Abstieg.“ Ich schaute meinen Kumpel wissend an. „Die Eintracht ist in der Rückrunde immer schlechter als in der Hinrunde. Das ist wissenschaftlich bewiesen. Bei der Eintracht ist immer alles möglich. Die Eintracht ist ‘ne Diva.“

„Jaja, ewig grüßt das Murmeltier.“ Aber mein Kumpel musste mir Recht geben. Das war Tatsache. Den Spielern gehen in der Rückrunde die Kräfte aus, hieß es dann immer von den Trainern, und das waren nicht wenige gewesen in den letzten Jahren. Trotzdem schüttelte mein Kumpel den Kopf. „Kannst ja Hertha-Fan werden, wenn‘s dich stört.“

Ich nahm einen tiefen Schluck aus meinem Bierglas und rülpste. „Schult heiß ick, Schultheis trink‘ ick!“

„Na, det klappt doch schon janz jut“, sagte Manni und zapfte mir noch eins.

 

„Vielleicht werd‘ ich auch einfach Bayern-Fan“, sagte ich etwa gegen 17.10 Uhr. Die Uhr war auf einmal so unscharf. „Steht doch eh schon am ersten Spieltag fest, wer Meister wird.“

„Eh“, wiederholte Manni, „und man kann nüscht dajegen tun.“

„Doch, man kann“, sagte mein Kumpel, „ist ganz einfach. Jeder Spieler bekommt ab sofort in jedem Verein das gleiche Geld. Dann ist’s so ‘nem Robben egal, ob er bei Dortmund, bei den Bayern oder in Ingolstadt spielt.“

„Oder bei der Eintracht“, meinte Manni.

Ich schüttelte den Kopf. „Ich will nicht, dass Robben bei der Eintracht spielt.“

„Och, ich hab‘ den ganz gern“, sagte mein Kumpel.

„Ist doch ‘n Schwalbenkönig, der Arjen.“ Ich sah unseren Wirt an. Arjen klang irgendwie Berlinerisch.

„Noch ’n Bier“, fragte Manni. Wir nickten. Ich fiel vom Hocker.

 

17.15 Uhr?

Wahrscheinlich. Noch ein paar Minuten Nachspielzeit. Dann wär das Spiel gegen Ingolstadt zu Ende. Ingolstadt – direkter Konkurrent im Abstiegskampf.

„Theoretisch kann Darmstadt am Ende 54 Punkte haben. Europa-League“, lallte ich, mehr oder weniger.

„Mann, du bis so'n Pessimist“, sagte mein Kumpel.

„Nee, isch bin Eintracht-Fan“, antwortete ich, „ja, des bin isch. Und wissta, was isch jetzt mach? Isch lass‘ mein Handy bei dir, Manni. Manni, mein Freund! Komm, her, geh fort, lass disch drücke! Ja, genau das mach isch. Un morsche bleib isch dann den ganzen Tag im Bett und am - wie heißt der Tach noch? - Montachmorsche hol‘ isch die Rundschau ausm Briefkasten. Und erst dann les isch, wie wir gespielt ham. Des is besser.“ Ich nickte so vor mich hin.

„Geil.“ Manni war beeindruckt.

„Aber das hältste nicht durch“, meinte mein Kumpel.

„Wetten ... Hicks! ... das?“

„Da weeß ick noch wat besseret“, meinte Manni, „du bestellst deine komische Zeitung janz ab, verschenkst Fernseher und Radio, jehst offline und redest mit niemandem mehr. Lass‘ dir krankschreiben. Und am Montag nach dem 34. Spieltag holste dir ‘ne Zeitung und dann weißte, ob deine Eintracht abjestiegen ist oder nich.“

„Noch geiler“, sagte mein Kumpel, „und ich ruf‘ dich auch nicht mehr an.“

„Saucool“, sagte ich, „genauso mach isch’s. Ischwörs.“

„Jetzt ist aber mal ‘ne Runde fällig“, murmelte der Wirt und schenkte drei Schnapsgläser voll.

„Aber eigentlich brauch‘ isch auch nie wieder ... Zeitung lesen.“ Ich riss mich zusammen und sagte mit Würde: „Wenn die Eintracht sowieso absteischt.“

„Oh, Mann“ sagte mein Kumpel und schüttelte den Kopf. Manni stellte die Schnapsgläser auf den Tresen. Der Hertha-Fan kam wieder rein, vielleicht waren es auch zwei, grinste uns an, ging in die Ecke und schnappte sich seine Fahne, vielleicht waren es auch zwei.

„2 zu 1“, rief die beiden - oder war es doch nur einer? Jedenfalls flitzte er wieder hinaus.

„Scheiße, für wen“, schrie ich ihm hinterher.

„Stößchen“, sagte Manni.

 

"Neulich in der Jammerbremse ... stieg die Eintracht ab." wurde zuerst im Frühjahr 2017 auf www.resonanzboden.com des Ullstein Verlags veröffentlicht. Dies hier ist eine aktualisierte Fassung. Die Eintracht ist nicht abgestiegen.